Lucien Strauch ist Dramaturg für Schauspiel und Musiktheater. Seine Arbeiten umfassen Stückentwicklungen, Neue Dramatik und Romanadaptionen ebenso wie experimentelle Musiktheater-Formate und das klassische Opernrepertoire. Mit fünf minuten stille von Leo Meier gab er 2025 am Theater Aachen sein Debüt als Regisseur.
Er studierte Literaturwissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin und Frankfurt a.M., parallel assistierte er an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, auf Kampnagel Hamburg, am Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Frankfurt sowie Wiener Burgtheater u.a. bei Karin Henkel, Barrie Kosky und René Pollesch. Er spielte in Polleschs Service / No Service (2015, Volksbühne) und fertige Übersetzungen und Übertitel für Frank Castorfs Produktionen Kabale der Scheinheiligen und FAUST (2016, Volksbühne) an.
Seit 2017 ist er als freier Dramaturg tätig, u.a. am Brüsseler Opernhaus La Monnaie / De Munt, Théâtre Vidy-Lausanne, Wiener Festwochen und Berliner Ensemble. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Regisseur David Marton.
Seit 2021 schreibt Lucien Strauch gelegentlich für Theater der Zeit. 2022 war er Festivaldramaturg für das Theatertreffen der Berliner Festspiele, hier co-kuratierte er die Konferenz Burning Issues: Performing Arts & Equity in Kooperation mit der Akademie der Künste. Gemeinsam mit Yvonne Büdenhölzer ist er Herausgeber des Buches WIR SEHEN UNS. Theatertreffen 2012 – 2022.
2023-2025 war er als spartenübergreifender Dramaturg am Theater Aachen tätig. Hier entstanden Produktionen u.a. mit Ran Chai Bar-zvi, Wilke Weermann, Jan Koslowski & Nele Stuhler, Jakab Tarnóczi, Schorsch Kamerun, Alina Fluck und Blanka Rádóczy.
2025 brachte er Yevgeniy Breygers Frieden ohne Krieg als musikalisch-szenische Lesung mit Constanze Becker und Gabriel Schneider auf die Bühne des Kammermusiksaals der Philharmonie Berlin.
Mit der Spielzeit 2025/2026 wechselte Lucien Strauch als Dramaturg ans Schauspielhaus Bochum. Zudem übernahm er im Herbst/Winter 2025 vertretungsweise die Leitung des Internationalen Residenzprogramms für junge Regie WORX am Berliner Ensemble.
Lucien Strauch war Stipendiat der Dramaturgischen Gesellschaft 2020 und Jurymitglied für den ITI-Preis 2024 und 2025 des International Theater Institute Zentrum Deutschland.
Stand: Januar 2026

Foto: Marie Häfner